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Chinchillas - vom "Gold der Anden" zum geliebten Kuscheltier

Chinchillas wurden im 16. Jahrhundert von spanischen Eroberern in der Bergwelt der Anden in Chile und Peru entdeckt. Die Spanier benannten sie nach den Ureinwohnern dieser Region - den Chinchas-Indianern. Chinchillas wurden bereits von den Indianern wegen ihres dichten, warmen Fells und wegen ihres Fleisches gejagt.Chinchilla sitzend Doch erst als ab dem 18. Jahrhundert in Europa die Nachfrage nach Chinchilla-Fellen - dem "Gold der Anden" - für Pelzmäntel rasant anstieg, wurden diese Tiere durch die extensive Jagd der europäischen Eroberer nahezu ausgerottet.
Um den Bedarf der pelzverarbeitenden Industrie weiterhin zu decken, entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst in Südamerika, später weltweit, viele Pelztier-Farmen in denen verschiedene Chinchilla-Arten zur reinen Pelzgewinnung gezüchtet wurden.


Zum Ende des 20. Jahrhunderts wurden die Menschen zunehmend kritischer, was die Verwendung und das Tragen von Echtpelzen betraf und Chinchillas eroberten die Menschen mehr und mehr als kuscheliges Haustier statt als Pelz-Lieferant.


Biologie der Chinchillas
Die bei uns verbreiteten Chinchillas (lat. Chinchilla lanigera) aus der Familie der Chinchillidae gehören zu den Meerschweinchenverwandten (Caviomorpha).


Die sehr geselligen, dämmerungs- bzw. nacht-aktiven Tiere werden ca. 25 bis 35cm lang und haben ein sehr dichtes, seidiges Fell mit buschigem Schwanz, dunkle Augen und große maus-ähnliche Ohren.
Das Chinchilla-Fell zählt mit 20.000 Haaren pro cm² - jedes ca. 30x dünner als Menschenhaar - zu den dichtesten aller Landbewohner. Das Fell erhält seine besondere Dichte durch die bis zu 80 einzelnen Wollhaare, die jeder Haarwurzel entspringen.
Die Vorder- und Hinterläufe haben jeweils 4 Zehen mit schwachen Krallen.


Das bleibende Gebiss der Chinchillas verfügt, wie bei Meerschweinchen, über 20 Zähne. In jederChinchilla Kieferhälfte befindet sich ein Schneidezahn (Dens incisivus, I), der auch als Nagezahn bezeichnet wird, sowie ein vorderer Backenzahn (Prämolar, P) und drei hintere Backenzähne (Molare, M). Eckzähne (Canini) sind nicht ausgebildet. Alle Zähne der Chinchilla sind wurzellos. Sie haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle und wachsen zeitlebens. Der Zahnwechsel vom Milch- auf das bleibende Gebiss findet bereits im Mutterleib vor der Geburt statt.


Chinchilla-Weibchen sind etwas kräftiger als die männlichen Tiere und können bis zu ca. 800 Gramm schwer werden, während die Männchen es nur auf ca. 500 Gramm bringen.


Die Tragezeit beim Langschwanz-Chinchilla liegt bei rund 111 Tagen. Die Jungtiere (zwischen einem und sechs) sind gleich nach der Geburt voll entwickelt und behaart und fangen schon in der ersten Lebenswoche an, neben der Muttermilch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Chinchillas gehören damit zu den Nestflüchtern. Nach sechs bis acht Wochen werden die Jungen abgesetzt.
Mit rund acht Monaten - in Ausnahmefällen auch schon früher (ab ca. 6 Monaten) tritt die Geschlechtsreife ein.


Bei guter Haltung liegt die Lebenserwartung eines Chinchillas bei etwa 15 bis 20 Jahren.




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